Janine Schneider

Titel: Performance, das ist Körperinszenierung

Live Performance
Prospekthof der Akademie der Bildenden Künste
"Practice of more failure" Rundgang, Jänner 2009
Janine Körperinzenierung









 
Im Wintersemesters 2008/ 2009 hat sich meine Klasse mit dem Thema des
Scheiterns beschäftigt.

Ich thematisiere in meiner Performance das Scheitern an meinem eigenen Bühnenauftritt. Dabei spielt das eigene Erleben und die eigenen Ängste eine zentrale Rolle.
Die leere Bühne wird mit Licht auf einen Auftritt vorbereitet, in der Mitte steht ein Projektor. Eine, auf der Oberfläche liegende afrikanische Riesenschnecke wird mit dem Licht in den dunklen Raum projeziert.
Die Schnecke fungiert als Assoziatves Bild, sie wird im Text nicht erwähnt. Gleichzeitig ist die Schnecke eine Referenz zu einem in Peter Brooks Werk "Der Leere Raum" beschriebenem Theaterstück in dem einzig eine Schildkröte zu sehen ist die über die leer Bühne wandert.
Der Text wird von mir life in ein Mikrofon gesprochen dabei ist mein Körper nicht zu sehen. Die Narration des Textes beschreibt auf der einen Seite die Präsenz der eigenen Ängste, auf der anderen Seite die Abwesenheit meines eigenen Körpers.
Der Performance geht die Beschäftigung mit absurdem Theater vor. Speziell beziehe ich mich auf das Stück "Die Stühle" von Eugène Ionesco.

Titel: ...she didn`t even call anyone

Video
Grundsteingasse
"You're a mess, honey", Juni 2008

Janine she didnt even call



 
Im Sommersemester 2008 war Kaucyila Brook als Professorin zu Gast die Visual
Arts Narrative unterrichtete. Die Abschlussarbeiten wurden unter dem Titel "You`re
a mess, honey", das ein Zitat aus dem Film "A Touch of Evil" ist, ausgestellt. Narration wurde unter anderem in Filmen, historischen Ikonografien und Comics analysiert und behandelt.

In meinem Video zeige ich sieben arrangierte szenen in meiner eigenen Wohnung. Ich spiele den Protagonisten der nicht zu sehen ist. Die wohnung soll als verlassene Räumlichkeit wirken. Die Noises die unabhängig vom visuellen zu hören sind, gehen auf etwas passiertes, etwas dagewesenes zurück und sollen den Betrachter wie einen Erzähler durch die Wohnzng führen. Eine vergangene Präsenz eines Menschen der sich in dieser Wohnung aufgehalten hat soll inszeniert werden.
Zusätzlich habe ich Zitate von Alfred Hitchcock in das Video eingebaut. Diese stammen aus dem Trailer von "Psycho" indem sich Hitchcock selbst inszeniert und das Publikum durch die einzelnen Drehorte führt. Er erzählt von den Szenen in denen die Morde stattgefunden haben. Der Satz von Hitchcock "An imprint of her figure in the bed where she used to lay" ist ausschlaggebend für die Absenz eines Körpers. Absenz von etwas heisst, dass etwas präsent gewesen sein muss. Der Titel der Videoarbeit lässt offen ob die Frau zurückkehrt bzw. was mit ihr geschehen ist.

Titel: Reenactment of Gillian Wearings Performance "Dancing in Peckham". I haven`seen the performance yet.

Videoperformance
Brut Konzerthaus
Performance Pool II "Spektakel", Juni 2008

Janine reenactment


 
Dieser Videoperformance geht die Beschäftigung mit Sound und Bewegung, aber
auch Imagination und Bühne voraus. Die Fragestellungen sind ähnliche wie bei "Setting" , einer Performance, bei der ausschlaggebend war Gestik durch Sound sichtbar zu machen.
In der Performance "Dancing in Peckham (...)" macht die Gestik des Tanzes eine nichthörbare Musik sehbar. Die Performance findet in öffentlichen, meist theatralen Räumen statt. Wie Gillian Wearing tanze ich zu Musik mit Kopfhörern. Ich interpretiere eine Performance, die ich zuvor nie gesehen habe.
Zentral ist die Frage was Bühne darstellt, wie sie improvisiert werden kann. Mich interessiert hier der Moment, in dem ich einen Ort zu einer Bühne und Menschen zu einem Publikum werden lasse. Gleichzeitig stelle ich die Öffentlichkeit von "öffentlichen" Plätzen in frage. Dabei ist das Abstecken eines Bühnenraumes an einem öffentlichen Platz für mich etwas Selbstbestimmendes, etwas Autonomes.

Titel: Setting


Live Performance
Aktsaal der Akademie der Bildenden Künste
Jänner 2008

Janine Setting


 
Das Licht geht an. Zu sehen ist ein Tisch, ein Sessel und eine Tischleuchte, eine
theatrale Szenerie. Durch einen Lautsprecher hört man wie sich die Türe zum Aktsaal öffnet. Eine imaginäre Person betritt den Raum, die Türe wird geschlossen. Auf dem Dielenboden sind schwere Geräusche von Absätzen zu hören. Die Person durchquert den Raum und nimmt an dem Tisch platz. Sie schreibt etwas, was dem Zuhörer erstmal verborgen bleibt. Danach verlässt die Person den Raum auf gleiche Weise. Nachdem die Person den Raum verlassen hat, wird das Licht ausgeschaltet und man hat als Zuschauer die Möglichkeit "das Geschriebene" (ein Zitat von John Cage) auf dem Tisch zu lesen.
Die Person ist ein Körper der zuerst durch das Hören konstruiert werden muss. Das Setting wird zur Bühne für einen Menschen, der nicht zu sehen ist. Es ist eine Live
Performance. Eine Körperinszenierung.

Titel: Tonspur/ Soundtrack

Video/ Sound Performance
Schikaneder Kino
"Südbahnhof" Dezember 2007

Diese Arbeit entstand im Zuge einer Performancereihe die unsere Klasse vor dem Umbau des Südbahnhofs als Video drehte und die im Anschluss im Schikaneder Kino gescreent wurden.

Meine Arbeit besteht aus Geräuschsequenzen des Raumes die ich vorort aufgenommen habe. Hinzugefügt wurde ein weißes Bild.
Ich habe die Szenerie am Südbahnhof als bereits bestehende Inszenierung betrachtet. Dabei ist das Alltägliche als Geschehendes die Handlung.
Durch das Surrounding entsteht eine eigene Vorstellung des Raumes, ein eigenes Bild das konstruiert wird. Das weiße Bild bzw. die weiße Leinwand ist der Link für diese Projektion, für die entstehende visuelle Ebene.
Die Geräusche sind oft erkennbar, manchmal werden sie abstrakt.
Gleichzeitig spiegelt sich in den wieder zusammengesetzten Geräuschsequenzen die Fragmente der eigenen Erinnerungen an einen Raum der nun nicht mehr erlebbar ist.
Erinnerungen sind bruchstückhaft werden aber zu einem Ganzen zusammengesetzt. Diese Bilder sind subjektiv reflektiert zugleich aber das kollektive Gedächtnis.

"My memory of what happened is not what happened." J. Cage

© Janine Schneider